Jun 242022
 

Highlight: Fähre über die Ems

Wie so oft hat mir komoot einen schönen, aber nicht den schönsten Weg empfohlen: Parallel aber weitab von der Ems (an der es auch einen Radweg gibt!) fahre ich nach Norden durch einige "Fehn"-Landschaften und Dörfer. Mehr zu den Fehnrouten oder - wie sie bei unseren niederländischen Nachbarn heißen: "Veen-Routen" - findet man hier.

. Es handelt sich hierbei um Moordörfer, die durch Trockenlegung der Moore entstehen konnten. Aus vielen Gründen plädieren Experten und zukunftsorientiert denkende Politiker für die Renaturierung der Moore, wozu übrigens auch der Verzicht auf Torf gehört

Zunächst überquere ich zweimal die Leda über Brücken und freue mich bereits auf die Fähre von Ditzum nach Petkum, während ich an hunderten von Schafen auf dem idyllischen Deich vorbeifahre. Ich stelle mir vor, dass ich die stündlich verkehrende Fähre sicherlich beim Einlaufen fotografieren kann und vielleicht noch ein Fischbrötchen ergattere. Alles falsch. Ich biege um die Ecke und muss mich beeilen, als Allerletzter noch auf die Fähre zu rollen, auf der bereits 20 andere Radfahrer und sonstige Ems-überquerer warten. Nun, dann eben auf der anderen Seite etwas mehr Ruhe ...

Hunderte von Schafen pflegen die Deiche
Fähre von Ditzum über die Ems

Das Ziel: die Erbsenbinderstraße mit dem CP "Camping am Deich". Ein 5-Sterne-Platz mit einer gutgelaunten Frau mit meinem Nachnamen und einer im Preis von stolzen 20€ inbegriffenen Sauna, die ich selbstredend gerne genieße!

Hier lerne ich Michael kennen, der aus der Wetterau bei Frankfurt unterwegs ist über den Nordseeradweg nach Hamburg. Die Strecke über die Niederlande hat ihm gezeigt, wie brutal unterentwickelt der deutsche Radverkehr auf allen Ebenen ist - Verkehrssicherheit, Radvorfahrt, automatisch geschaltete Radampeln mit Vorrangschaltung, breite Strecken usw ......

Mit Michael macht der Abend richtig Spaß, Musiker und Sozialarbeiter haben eben doch mit Lehrern relativ viele Schnittmengen, äh, -themen :).

Papenburg nach Krummhörn | Fahrradtour | Komoot

Jun 202022
 

227 Jahre Werftgeschichte

Meinen freien Tag 4 verbringe ich in Papenburg und erkunde die Stadt und die Meyer Werft, gegründet im Jahr 1795. Ein Rundgang durch die Werft, in der aktuell ein großes Kreuzfahrtschiff und mehrere etwas kleinere Spezialschiffe (unter anderem Luxusyachten für den amerikanischen Markt) gebaut werden, sowie die einführenden Filme zu den Themen "Schiffsbau", "Schiffe genießen" und Geschichte der Werft verschaffen einen gelungenen Überblick. Die Arbeiten durch die Scheibe anzusehen und vor allem die Zeitrafferaufnahmen der Bauarbeiten zeugen von der extremen Präzision von Planung und Ausführung.

Ein interessantes Thema ist mit Sicherheit die aktuelle Entwicklung im Schiffbau hin zu weniger schädlichen und damit nachhaltigeren Antriebstechniken und Brennstoffen. Die ersten großen Brennstoffzellen für den wasserstoffbasierten Antrieb halten Einzug in die Antriebstechnik ...

Auf jeden Fall eine Reise und das Eintrittsgeld wert - wenn auch im Detailgrad nicht so ergiebig wie zum Beispiel das "Museum of Science and Industry" in Manchester ....

Morgen geht es dann weiter nach Emden.