Sep 072022
 

... und ein sehr intensiver Tag! Wecken um 6, Fahrt nach Zürich Flughafen mit Klaus-Peter, Bahn nach Flawil, Ankunft um 10. Bloggen bis 11:30, leckeres Essen von Sylvio mit Reis, Salat und Fisch, Abschiednehmen und Abfahrt um 13:00 und dann ..... die Essenz des Radreisens: Dahingleiten, Weg suchen, und Durchatmen! Dieser Satz, Sylvio, geht auf Deine letzte Bemerkung zurück :).

Heute steht eine Fahrt von Flawil / St. Gallen an den Bodensee auf dem Programm und es stellt sich schnell heraus, dass die Strecke städtisch geprägt ist. Die Fahrt ist zwar mehrheitlich bergab Richtung See, aber an einer Stelle "hintergeht" mich Komoot so ernsthaft, dass ich fast meine bisherigen Liebeserklärungen an das Programm zurücknehmen möchte!

Hinter Rorschach will mich das "blöde" Programm, etwas Strecke zu sparen, eine 12% - Steigung über 2 Kilometer hochschicken. Der Fehler kostet mich 250 Kalorien, ein wenig Unmut und 10 Minuten .... 🙂

Ein Weizenbier in Bregenz entschädigt mich adäquat und dann geht es auf den CP bei Lindau auf der deutschen Seite.

Heute steht noch die erste Nacht im neuen Zelt an. Ich bin gespannt - ein wunderschöner Tag!

Sep 072022
 

Diese Woche (1.9.bis 6.9) kommt so manches anders als geplant und daher auch die "Funkstille" des Bloggers ...

Der Montag beschert eine höhenmeterreiche Tour von Neuenburg am Rhein über Lörrach und Bad Säckingen bis Murg am Rhein, wobei ich Basel rechts liegen lasse und mich auf dem "Römerradweg" über die Berge quäle, bis ich bei Murg wieder auf den Rhein treffe und mich an einem Naturcampingplatz mit Bootsverleih niederlasse.

müde Beine

Hir treffe ich auf 2 Gravelbikefahrer mit Minigepäck, die auf dem Weg nach Schaffhausen sind. Es wird ein unterhaltsamer Abend, auch deshalb, weil einer von ihnen vor dem Studium als Fahrradmechaniker gearbeitet hat und anekdotenreich davon erzählt.

Am nächsten Morgen quere ich mehrfach den Rhein und sehe von Weitem schon das größte, 1984 erbaute und damit jüngste AKW der Schweiz bei Leibstadt am Rhein. Seit eine Volksabstimmung 2017 ergab, dass die Schweiz keine neuen AKW mehr bauen wird, ist beschlossen, dass 2045 dieses jüngste Kraftwerk als Letztes abgeschaltet wird ....

Jüngstes Schweizer AKW

Über Bad Zurzach komme ich nach Winterthur und finde den CP "Schützenweiher", den ich nach dem Zeltaufbau schnell verlasse, um im benachbarten Einkaufszentrum Schutz vor dem einsetzenden und anhaltenden Regen suche. Der Kontrast zwischen der sauberen und geordneten "Zivilisation" und dem lotterlichen Campingleben trifft mich immer wieder wie ein kleiner Schock, verbunden mit dem Gefühl, als Alien in einem anderen Universum aufzuwachen. 🙂

Überraschung!!

Kommunikation hat bekanntlich ihre Tücken und dieses mal hat der Missverständnisteufel dazu geführt, dass Sylvio - mit dem ich von der Schweiz über die Alpen zum Gardasee fahren will - mir offenbart, dass er von kommendem Jahr ausgegangen ist und jetzt gar keinen Urlaub hat! Welch Überraschung!

Alles hat zwei Seiten

Während des Abbaus meines EXPED Orion 2 - Zeltes am nächsten Morgen fällt mir wieder einmal auf, dass die Zeltstangen in ihrem Aufnahmestoff nicht mehr richtig gleiten, und aufgewölbte und angebrochene Alukanten drohen, den Zeltstoff zu perforieren. Als ich am Nachmittag in Flawil, dem Wohnort von Sylvio, das nasse Zelt um Trocknen aufbauen will, passiert es: Eine Stange bricht endgültig durch! Welch ein Glück, dass mir das hier und jetzt passiert, sonst hätte ich nicht mehr Zelten können!

Sylvio als gelernter Handwerker bemüht sich redlich und sehr geschickt, mit einer Kupferhülse den Schaden notdürftig zu reparieren, aber mir ist klar, dass ich so nicht weiterfahren kann. Mir wirderstrebt es, das Zelt aufzugeben und ich brauche wohl nur von EXPED neue Stangen, diese lassen sich aber nicht innerhalb einiger Tage besorgen, also beschließe ich, das Orion mit ein paar anderen Gegenständen nach Hause zu schicken und mir am Montag in St. Gallen ein neues Zelt zu kaufen.

Reparieren Stangenelement

Sylvio und sein Familie nehmen mich herzlich auf und mein Aufenthalt über fast drei Tage gibt mir einen guten Einblick in das Familienleben im aufgeräumten und wohlgeordneten Schweizerland.

Am Sonntag unternehmen wir zu zweit einen Ausflug per Bahn nach St. Gallen, um die sehr gepflegte Altstadt, die zentrale Kirche und die vielen für das Stadtbild typischen Erker an den Sadthäusern zu fotografieren.

Sylvio lässt uns mit seiner Zugangskarte in das Bürogebäude seines Arbetgebers und von hoch oben haben wir einen weiten Blick über die Stadt und das Tal. Beeindruckend ist der künstlerisch gestaltete "Rote Platz" im Zentrum.

Wir setzen den Rundgang fort und am Gallusplatz spricht uns eine junge Dame an, ebenfalls mit Kamera in der Hand und fragt, ob wir gemeinsam auf die Pirsch nach guten Bildern gehen wollen ... Wir haben nichts dagegen und es entwickelt sich ein nettes Gespräch über Fotografieren und es stellt sich heraus, dass Janine als Tochter eines Spenglers zurzeit PV-Anlagen auf Dächern installiert, was ihr sehr viel Spaß bereitet.

Am darauffolgenden Montag (5.9.) fahre ich mir Sylvio die Sportfachgeschäfte in St. Gallen ab, und es sind, wie erwartet, keine Ersatzstangen für das EXPED-Zelt zu bekommen. Ich entscheide mich für das "Tamaro Lightweight Carbon 2" der Marke "46Nord" mit einem Gewicht von nur 1,4 kg zu dem Midrange Preis von 380 Franken. Tja, alles etwas teurer hier und dann ist in letzter Zeit der Franken auch noch immer stärker gegen den Euro geworden. Pech gehabt. Wie sich das neue Zelt mit seinen etwas kleineren Maßen gegenüber dem EXPED bewähren wird, werde ich in den kommenden Tagen sehen, zumal es in dieser Woche regnen wird ....

Am Dienstag fahre ich mit der Bahn nach Zug, um Verwandte zu besuchen und staune sowohl über die unglaubliche Pünktlichkeit der Schweizer Bahn einerseits und die exorbitanten Einzelfahrpreise ebenderselben andererseits. Aber als mich Schwägerin Regina vom Bahnhof abholt, ist "alles wieder gut" und wir verbringen einen unterhaltsamen Abend in der schicken Wohnung in Menzingen.

Am Mittwoch (7.9.) fahre ich zurück nach Flawil wo mein Fahrrad und ein letztes Mittagessen bei Sylvio und Nathalie auf mich warten und setze meine Reise (anders) fort.

Ein neuer Reiseplan

Nachdem es nun keinen Grund mehr gibt, mich zweimal über die Pässe der Alpen zu quälen :), habe ich beschlossen, meine Tour über den von anderen Radreisenden als "wunderschön" gewerteten Radreiseweg von Lindau am Bodensee bis zum Königssee fortzusetzen mit der Option, bei zu nassem Wetter in Richtung München nach Norden abzubiegen. Ya veremos!

Und weiter geht's!

Zwei Tage noch bis zum Zwischenziel in Flawil

 2022 Velbert-Basel-St.Gallen-Lindau-München, Deutschland 2022  Kommentare deaktiviert für Zwei Tage noch bis zum Zwischenziel in Flawil
Aug 312022
 

Von Kehl über Herbolzheim und Breisach am Rhein bis zum 3-Länder-CP in Neuenburg am Rhein in zwei Tagen.

Viele Km in den Rheinauen am Deich, Tiere und Radfahrer halten sich die Waage 🙂 Ein paar Eindrücke will ich noch teilen, dann geht es 2 Tage über Basel in die Schweiz nach Flawil, um mich mit Sylvio zu treffen.

Eine Überquerung des Rheins über eine Treppe ist schon eine Herausforderung

Der erste Blick auf den Kaiserstuhl mit seinen Weinberghängen

Der Regen letzte Nacht fordert "Nacharbeit" zum Trocknen - leider fängt es gleich weder an zu regnen ...

Breisach bietet mir ein Schoko-Crepe mit Cappucino

Der Münster in Breisach ...

Ein Wildgehege - leider kein freilebendes Rudel

Wie so oft auf meinen (und nicht nur meinen) Touren treffe ich freundliche, offene und an Gesprächen interessierte Menschen. Gestern Abend komme ich ins Gespräch mit einer Dame aus Münster, die bereits seit vielen Jahren auf den CP reist, um vier Wochen im Schwarzwald mit Wandern und ihrem e-bike zu verbringen. Heute morgen lädt sie mich zum Frühstück ein, bevor ich meine Tour fortsetze. Selbstgemachte Kirschmarmelade, hmm, lecker!

Kurztour vom See bei Lingenfeld nach Durmersheim

 2022 Velbert-Basel-St.Gallen-Lindau-München, Deutschland 2022  Kommentare deaktiviert für Kurztour vom See bei Lingenfeld nach Durmersheim
Aug 292022
 

Die letzten Tage waren etwas länger mit über 100km, heute war ein "halber" Abschnitt mit 50km auf dem Programm. Da denke ich mir im Vorfeld regelmäßig: "... und was mach ich dann den Rest des Tages?"

Als ich dann aber am geplanten CP in Durmersheim ankomme, erinnere ich mich, dass es ja hier ein Freibad direkt am CP gibt!! Welch Freude - und welch Abwechslung. Gestern das erfrischende Bad im ehemaligen Kieswerk bei Lingenfeld und heute Beckenschwimmen, toll!

Ein Franzose ist auf der Rückreise mit seinem Liegerad, mit dem er rund um D, Baltikum, Schweden, Norwegen geradelt ist. Seine Karte auf GoogleMaps (muss mir mal jemand erklären, wie man solch eine kumulative Karte zustandebringt) zeigte locker 7000km! Highlight: Ich durfte mal probieren aber mit meinen Schrumpfgermanenbeinen verlor ich ständig den Pedalkontakt, und wäre fast umgefallen. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber er schwört auf die Sitzposition.

Typische Deichlandschaft am Altrhein südlich von Karlsruhe
Fähre Leimersheim - Leopoldshafen . die rechtsrheinische Seite entpuppt sich als industrie- und hafenlastig

Interessantes Detail aus Germersheim: Dieses Bild steht in der Straße, die vom Fotografen vor dem 1. Weltkrieg aufgenommen wurde. Eigentlich wollte er das im Bau befindliche Postamt ablichten, aber bevor er seine Riesenkamera aufnahmebereit machen konnte, stand das halbe Dorf inklusive Friseur bereit für die Aufnahme. Auch ein schönes Zeitzeugnis!
Eine kleine Herausforderung: Rheinüberquerung per Stufe ...
Nachtrag zu Speyer (Sonntag)

Das Technikmuseum zu Speyer (den meisten wohl aus dem Autobahnblickwinkel bekannt) empfing mich mit dieser gezeigten Boeing 747 mit den LH-Farben. Um meinem Vater eine Freude zu machen, sandte ich ihm dieses Bild und er schrieb zurück: ... "In der 747, die du da siehst, hat dein Vater sein Training gemacht in Shannon Airport vor 32 Jahren!" Shannon ist LH-Trainingszentrum in Irland ...

Liegeradprofi aus Frankreich - mein Versuch scheiterte kläglich an zu kurzen Beinen 🙂