Sep 072022
 

Diese Woche (1.9.bis 6.9) kommt so manches anders als geplant und daher auch die "Funkstille" des Bloggers ...

Der Montag beschert eine höhenmeterreiche Tour von Neuenburg am Rhein über Lörrach und Bad Säckingen bis Murg am Rhein, wobei ich Basel rechts liegen lasse und mich auf dem "Römerradweg" über die Berge quäle, bis ich bei Murg wieder auf den Rhein treffe und mich an einem Naturcampingplatz mit Bootsverleih niederlasse.

müde Beine

Hir treffe ich auf 2 Gravelbikefahrer mit Minigepäck, die auf dem Weg nach Schaffhausen sind. Es wird ein unterhaltsamer Abend, auch deshalb, weil einer von ihnen vor dem Studium als Fahrradmechaniker gearbeitet hat und anekdotenreich davon erzählt.

Am nächsten Morgen quere ich mehrfach den Rhein und sehe von Weitem schon das größte, 1984 erbaute und damit jüngste AKW der Schweiz bei Leibstadt am Rhein. Seit eine Volksabstimmung 2017 ergab, dass die Schweiz keine neuen AKW mehr bauen wird, ist beschlossen, dass 2045 dieses jüngste Kraftwerk als Letztes abgeschaltet wird ....

Jüngstes Schweizer AKW

Über Bad Zurzach komme ich nach Winterthur und finde den CP "Schützenweiher", den ich nach dem Zeltaufbau schnell verlasse, um im benachbarten Einkaufszentrum Schutz vor dem einsetzenden und anhaltenden Regen suche. Der Kontrast zwischen der sauberen und geordneten "Zivilisation" und dem lotterlichen Campingleben trifft mich immer wieder wie ein kleiner Schock, verbunden mit dem Gefühl, als Alien in einem anderen Universum aufzuwachen. 🙂

Überraschung!!

Kommunikation hat bekanntlich ihre Tücken und dieses mal hat der Missverständnisteufel dazu geführt, dass Sylvio - mit dem ich von der Schweiz über die Alpen zum Gardasee fahren will - mir offenbart, dass er von kommendem Jahr ausgegangen ist und jetzt gar keinen Urlaub hat! Welch Überraschung!

Alles hat zwei Seiten

Während des Abbaus meines EXPED Orion 2 - Zeltes am nächsten Morgen fällt mir wieder einmal auf, dass die Zeltstangen in ihrem Aufnahmestoff nicht mehr richtig gleiten, und aufgewölbte und angebrochene Alukanten drohen, den Zeltstoff zu perforieren. Als ich am Nachmittag in Flawil, dem Wohnort von Sylvio, das nasse Zelt um Trocknen aufbauen will, passiert es: Eine Stange bricht endgültig durch! Welch ein Glück, dass mir das hier und jetzt passiert, sonst hätte ich nicht mehr Zelten können!

Sylvio als gelernter Handwerker bemüht sich redlich und sehr geschickt, mit einer Kupferhülse den Schaden notdürftig zu reparieren, aber mir ist klar, dass ich so nicht weiterfahren kann. Mir wirderstrebt es, das Zelt aufzugeben und ich brauche wohl nur von EXPED neue Stangen, diese lassen sich aber nicht innerhalb einiger Tage besorgen, also beschließe ich, das Orion mit ein paar anderen Gegenständen nach Hause zu schicken und mir am Montag in St. Gallen ein neues Zelt zu kaufen.

Reparieren Stangenelement

Sylvio und sein Familie nehmen mich herzlich auf und mein Aufenthalt über fast drei Tage gibt mir einen guten Einblick in das Familienleben im aufgeräumten und wohlgeordneten Schweizerland.

Am Sonntag unternehmen wir zu zweit einen Ausflug per Bahn nach St. Gallen, um die sehr gepflegte Altstadt, die zentrale Kirche und die vielen für das Stadtbild typischen Erker an den Sadthäusern zu fotografieren.

Sylvio lässt uns mit seiner Zugangskarte in das Bürogebäude seines Arbetgebers und von hoch oben haben wir einen weiten Blick über die Stadt und das Tal. Beeindruckend ist der künstlerisch gestaltete "Rote Platz" im Zentrum.

Wir setzen den Rundgang fort und am Gallusplatz spricht uns eine junge Dame an, ebenfalls mit Kamera in der Hand und fragt, ob wir gemeinsam auf die Pirsch nach guten Bildern gehen wollen ... Wir haben nichts dagegen und es entwickelt sich ein nettes Gespräch über Fotografieren und es stellt sich heraus, dass Janine als Tochter eines Spenglers zurzeit PV-Anlagen auf Dächern installiert, was ihr sehr viel Spaß bereitet.

Am darauffolgenden Montag (5.9.) fahre ich mir Sylvio die Sportfachgeschäfte in St. Gallen ab, und es sind, wie erwartet, keine Ersatzstangen für das EXPED-Zelt zu bekommen. Ich entscheide mich für das "Tamaro Lightweight Carbon 2" der Marke "46Nord" mit einem Gewicht von nur 1,4 kg zu dem Midrange Preis von 380 Franken. Tja, alles etwas teurer hier und dann ist in letzter Zeit der Franken auch noch immer stärker gegen den Euro geworden. Pech gehabt. Wie sich das neue Zelt mit seinen etwas kleineren Maßen gegenüber dem EXPED bewähren wird, werde ich in den kommenden Tagen sehen, zumal es in dieser Woche regnen wird ....

Am Dienstag fahre ich mit der Bahn nach Zug, um Verwandte zu besuchen und staune sowohl über die unglaubliche Pünktlichkeit der Schweizer Bahn einerseits und die exorbitanten Einzelfahrpreise ebenderselben andererseits. Aber als mich Schwägerin Regina vom Bahnhof abholt, ist "alles wieder gut" und wir verbringen einen unterhaltsamen Abend in der schicken Wohnung in Menzingen.

Am Mittwoch (7.9.) fahre ich zurück nach Flawil wo mein Fahrrad und ein letztes Mittagessen bei Sylvio und Nathalie auf mich warten und setze meine Reise (anders) fort.

Ein neuer Reiseplan

Nachdem es nun keinen Grund mehr gibt, mich zweimal über die Pässe der Alpen zu quälen :), habe ich beschlossen, meine Tour über den von anderen Radreisenden als "wunderschön" gewerteten Radreiseweg von Lindau am Bodensee bis zum Königssee fortzusetzen mit der Option, bei zu nassem Wetter in Richtung München nach Norden abzubiegen. Ya veremos!

Und weiter geht's!

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