Aug 262022
 

Eine unruhige Nacht (so sind sie immer, diese ersten Zeltnächte auf der ultraschmalen Matratze) kulminiert in einem sehr sonderbaren Erlebnis: Um 4:00 zwingt mich die Natur, mein Zelt zu verlassen und ich komme an einem sanft beleuchteten "Tiny-Haus" vorbei. In dessen verglasten Wohnzimmer sitzt eine Frau mit dem Rücken zum Fenster und zu mir und spielt Cello! An der Wand hängt ein weiteres Instrument und sie wirkt, als wäre es das Natürlichste der Welt ... Ihr Bogenstrich ist ruhig und konzentriert, aber ich kann keinen Ton hören, es ist wohl ein digitales Instrument. Höchst interessant! Und Nein, ich träume nicht!

Das Niedrigwasser zeigt sich immer mehr, Schiffe sind nicht voll beladen.

Von Bad Godesberg /Mehlem geht es über Remagen nach Koblenz zum Dreiländereck.

Burg Namedy bei Andernach
Die Brücke von Remagen ...
... ist ein fester Bestandteil meiner Enkulturation als "Nachkriegsgeborener!"
Das Museum ist auch heute wieder geschlossen, wie bei meinem letzten Besuch. Schade.
Der niedrige Wasserpegel lockt auch "Goldsucher" an. Der Mann wird richtig wütend, als er meine Kamera bemerkt.

Koblenz ist dann die nächste Station. Bei meiner letzten Tour (2018 nach München) nahm ich die Fähre direkt zum Dreiländereck. Sie war winzig (6 Personen und mein bepacktes Fahrrad passten gerade auf das Böötchen ... what memories ...)

Diesmal ist es die Straßenbrücke, weit weniger romantisch ...

Koblenz: Die Balduinbrücke. Im Hintergrund ....

... das Dreiländeereck.

Den Rhein entlang bis Andernach, wo mir das "Korntor" aus dem 12. Jh. auffällt.

Das Korntor in Andernach

Andernach - Korntor

Nach 101 km am Tagesziel!

Die letzten 20 km ziehen sich, aber dann dreht der Wind in meinen Rücken und ich brause meinem Ziel entgegen: St. Goar, Campingplatz mit Blick auf den Loreleyfelsen. Den "richtigen" Blick auf den sagenumwogenen Felsen lichte ich morgen ab, wenn ich um den Knick herum bin ... 🙂

Marius und sein Kumpel

Ich sitze entspannt nach der Anmeldung an einem Tisch. Ein junger Mann stellt sein Rad ab und fragt mich, ob ich kurz" drauf aufpassen" könnte (als ob das hier nötig wäre 🙂 ) und wir kommen ins plaudern.

Zwei Freunde auf dem Weg zum Wandern in den Süden

Es entwickelt sich ein sehr interessantes Gespräch, und ich lerne viel Neues über neue Anwendungen im Rahmen eines Studiums "Design und Gestaltung". Ich scheine total veraltete Vorstellungen gehabt zu haben. "Designfachleute beschäftigen sich mit Hilfe der "Visualisierung" auch mit der Verbesserung von Unternehmenskultur und Mitarbeiterzufriedenheit indem sie unausgesprochene oder nicht im Konsens wahrgenommene Konflikte innerhalb des Teams / Mitarbeiter ausloten und versuchen, sie transparent zu machen. Ich bin bisher der Meinung gewesen, dies sei ein klassisches Feld BWL-Studierter "Unternehmensberater" ...

Man lernt nie aus!

So, morgen geht es weiter, diesmal Richtung Mannheim, aber mal sehen, wieweit ich komme, da werde ich improvisieren müssen, da ich noch keinen CP gefunden habe.

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