Apr 092015
 
zu einem wunderschönen Ausblick über die Halbinsel Peljesac, einem Gebirgszug, der sich in 75 km Länge vom Kroatischen Festland in das Mittelmeer erstreckt. 500 Jahre lang gehörte dieses Land zur "Republik Dubrovnik", die sich seinerzeit wirtschaftlich mit italienischen und anderen Fürstentümern messen konnte. Vor allem Wein wird hier an den steilen, karstigen Hängen angebaut - da muss ich mir unbedingt eine Flasche als Souvenir mitbringen.
Peljesac - Übersicht

Peljesac - Übersicht

Wanderung Ilja

Wanderung Ilja

    2,5 Stunden dauert die Fahrt von Cavtat über Dubrovnik bis fast ans Ende dieser Halbinsel - und es sei mir ein kleiner Kommentar zu den hiesigen Straßen erlaubt: die Hauptstraße an der Küste entlang ist größtenteils zweispurig und schmal aber so gut asphaltiert, dass jeder Autofahrer automatisch den Drang verspürt, die Formel 1 wie ein Kinderrennen aussehen zu lassen. Kommt man dann auf die zweite Hälfte der Strecke auf der Halbinsel Peljesac, so wird die Straße noch schmaler, die Fahrer aber noch schneller. Jedenfalls haben die Straßenbauingenieure pro Kilometer mindestens zwei Liter reines Adrenalin in den Asphalt gegossen. Ein freundlicher Hotelmitarbeiter, der eigentlich aus dem Kosovo stammt, erzählte uns heute, dass in den sechziger und frühen siebziger Jahren Straßenbau unter Präsident Tito häufig von "Freiwilligen" durchgeführt wurde, also als "Ehrensache". Aber auch "Ehrensachen" machen nicht lange Spaß und so wurde alles eben schmal und klein und schnell gebaut. Vielleicht, so hofft er, wird durch die EU-Mitgliedschaft ja auch der Straßenbau einen neuen Akzent erhalten. Nachdem das Land nun durch den Seezugang für Bosnien-Herzegovina auch noch in zwei Teile zerschnitten wurde, hofft Kroatien auf einen Brückenbau zwischen dem Festland und eben dieser von uns nun besuchten Halbinsel Peljesac. Schaun mer mal..... Nun aber zu unserem Abenteuer. Als erstes, nachdem man das Festland verlässt, kommt man nach Ston, einem Ort mit einer sehr langen Geschichte. Bereits die Römer errichteten hier ein Kastell, um Ston vom Festland zu trennen und Wein anzubauen. Was man sieht, sind lange Mauern mit einst bis zu 40 Türmen, die im Mittelalter errichtet wurden - und 1996 von einem Erdbeben teils schwer beschädigt wurden.
Ston

Ston

Nach 50 km über eine enge Gebirgsstraße erreichen wir Orebic und parken das Auto am Fuße des Berges Ilja. Bei diesigem Wetter machen wir uns an den Aufstieg und erleben das sicherlich schwierigste Stück unserer Woche direkt zu Anfang, als wir über eine Geröllpiste, die bei jedem Schritt nachgibt,  steil aufsteigen. wpid885-Croatia_Orebic_Sveti_Ilja-3.jpgDie Aussicht - hier in Richtung der Stadt Korcula - entschädigt dann aber für die Mühe, und das ist erst der Anfang! Um den Berg herum geht es zunächst über karges Karstgestein bis wir auf eine Ebene stoßen mit einem Pinienwald und einem Pferd, dass sich uns in den Weg stellt und auch auf freundliches Zureden nicht beiseite geht. Nun, der Klügere gibt nach ...
Ein Pferd auf dem Weg ...

Ein Pferd auf dem Weg ...

Nach 2 Stunden harter Arbeit kommen wir an ein Häuschen mit dem Hinweis auf den endgültigen Weg zum Gipfel: noch  30 Minuten. Der Weg wird wieder sehr zerklüftet und ab jetzt auch kalt und windig, wenn auch nicht so kalt wie den Tag vorher auf 1200 m.
Der Gipfel  "Ilja"

Der Gipfel "Ilja"

nach 900 Höhenmetern erreichen wir den Gipfel und tragen uns ins Gipfelbuch ein, in dessen Behältnis sich ein Feuerzeug, 6 Bonbons,  eine (noch verpackte) Damenbinde und das Heft samt Kugelschreiber finden. Die Mehrzahl der Einträge stammt von Österreichern, Schweizern und Deutschen ... Der Blick ist einfach phantastisch! Das Meer auf allen Seiten, leider ist die Luft nicht klar, sonst kann man von hier aus die höchsten Gipfel Italiens erkennen, wurde uns gesagt.
Blick nach Nord-West

Blick nach Süd-Ost

Blick nach Norden

Blick nach Norden

 
Blick nach Nord-West mit den Bosnischen Bergen

Blick nach Nord-West mit den Bosnischen Bergen

 
Beginn des Abstiegs

Beginn des Abstiegs

Auch hier hielt es uns nicht lange und wir stiegen wieder ab, um an der erwähnten Hütte ein ausgiebiges Picknick zu halten, bevor wir den nicht ganz ungefährlichen Geröll- und Karstweg wieder hinabstiegen. Das Pferd war inzwischen verschwunden aber wir sahen unverhofft eine Gruppe von Paarhufern, ich meine es waren Schafe, Susanne ist anderer Meinung ... Nach insgesamt 900 Höhenmetern erreichten wir nach 5,5 Std wieder unser Auto, um die 90 km nach Cavtat zurückzufahren. Ein anstrengender Tag!
Korcula, die Heimat Marco Polos

Korcula, die Heimat Marco Polos

Wilde Schafe

Wilde Schafe

   
 Posted by at 8:00 PM

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