Apr 072015
 
Unsere heutige Route hinauf auf den Gipfel des Berges Strazisce:
  Die heutige Wanderung führt uns von Kuna Konavoska auf 720 m hinauf auf den Gipfel des Berges Strazisce in 1230 m Höhe und verspricht grandiose Aussichten. Nach einer halbstündigen Autofahrt mit teils abenteuerlichen Haarnadelkurven erreichen wir das abgelegene Dorf Kuna mit seinem haarigen Empfangskomitee.
Kuna - Hund

Kuna - Unser Startpunkt auf 720m

Der Aufstieg führt über einen von der Österreichisch-Ungarischen Monarchie Mitte des 19 Jahrhunderts angelegten Steinweg, den wir zwischenzeitlich verlassen, um den Berg auf direkterem Weg zu erklimmen, wie es uns die Wandermarkierung nahelegt. Dieser sehr steinige, schroffe Weg durch das Karstgebirge wurde seinerzeit angelegt, um Kanonen mit Eseln auf den Gipfel zu ziehen. Angesichts der Schroffheit des Weges und des Steilheitsgrades  ein absolut unvorstellbares Unterfangen! Nun, wir kommen gut voran und unsere Phantasie bezüglich möglicher Unfälle macht uns klar, dass wir einmal wieder zu unbefangen an dieses Abenteuer herangegangen sind. Meinen medizinischen Notfallbeutel habe ich gar nicht erst mitgenommen, außerdem würde im Zweifelsfall eine Wärmefolie fehlen. Handschuhe haben wir auch keine dabei, und die Notrufnummer 112 setzt Empfang voraus.  An der Küste waren es heute morgen 10 Grad, jetzt bläst uns ein eisiger und zunehmender Wind ins Gesicht und als wir an einem mit Eis überzogenen Tümpel vorbeikommen, wird uns klar, dass wir uns unter Null Grad bewegen. Dafür sind wir nicht wirklich ausgerüstet. Susanne erhält kurz nach dem Start einen fröhlichen Piepston mit einem Willkommensgruß der Montenegrinischen Telefongesellschaft, wobei die Grenze noch ca. 25 km entfernt ist - na denn!
Kuna, kurz nach dem Start

Kuna, kurz nach dem Start

Nach ca. 250 Höhenmetern muss ich mich zwischen der Wandermarkierung, die nach rechts weist, und meiner geplanten Route nach links entscheiden. Da beide bisher immer richtig lagen, fällt mir die Entscheidung recht schwer und ich vertrau "bis auf Weiteres" den lokalen Experten. Es stellt sich heraus, dass wir an einem wunderschönen Aussichtspunkt herauskommen, der einen tollen Blick nach Süden ins Konavle-Tal und auf die dahinter liegenden montenegrinischen schneebedeckten Berge bietet. Dann aber drehen wir um, um unser eigentliches Ziel nicht ganz aus den Augen zu verlieren.
Blick nach Süden (Konavle-Tal)

Blick nach Süden - ganz hinten Montenegro

Langsam wird es immer kälter und windiger,  der Weg wird nicht einfacher und endlich umrunden wir den letzten Teil des Gipfels - und stoßen auf einen Hubschrauberlandeplatz! Bisher haben wir den Telefonsendemast nicht sehen können, zu dessen Wartung dieser Landeplatz sicherlich dient. Aber dann sind wir oben, minus 2 Grad, eisiger Wind und ein schlankes, eisernes Kreuz sowie eine kleine Kapelle sind hier zu finden. Vier männliche Namenseinträge an der Innenwand der kleinen Kapelle sowie mehrere Datumsangaben vom Januar diesen Jahres zeugen von einem regen Wanderverkehr auf dieser Strecke. In der Kapelle befinden sich angebrochene Gläser mit eingelegtem Gemüse und eine noch verschlossene Dose Fisch mit Haltbarkeitsdatum bis 2017 - also nagelneu!
Gipfel Strazisce

Gipfel Strazisce

Von Strazisce nach süd-ost Richtung Bosnien-Herzegowina

Von Strazisce nach süd-ost Richtung Bosnien-Herzegowina

Unser Aufenthalt wurde ein kurzer, das geplante Picknick auf wärmere Orte verschoben und wir machten uns an den Abstieg. Diesesmal nahmen wir den etwas längeren "Kanonenweg" komplett und landeten nach insgesamt 3,5 Stunden wieder in Kuna bei unserem Auto. Auf dem Weg hatte ich etwas Muße, mir die in Äonen vom Wasser ausgeformten Karststeine etwas genauer anzuschauen und auch  auf die Knie zu gehen, um die karge Vegetation abzulichten. Flechten scheinen noch am häufigsten vorzukommen ...
Karstgestein

Karstgestein

Seltsame, sehr niedricge Pflanzen -  in der Botanik klafft meine größte Bildungslücke

Seltsame, sehr niedrige Pflanzen - in der Botanik klafft meine größte Bildungslücke

 
 Posted by at 7:43 PM

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