Jun 122016
 
35 - Agarn bis Genf (Bogis-Bossey) 150 km, 505 Höhenmeter Gestern der Pass mit dem perönlichen Höhenmeterrekord, heute 150 km, die bisher längste Tagesstrecke - irgendwie werde ich wohl langsam fit! Zu erzählen gibt es nicht viel, Abfahrt um 6 in der Früh, 1. Frühstück in Sion, wo das Tal etwas breiter wird und zwei schöne Burgen wie Aufseher über die Weinanbaugebiete wirken. Die Fahrt geht unmerklich bergab und meist an der Rhone entlang, manchmal linksseitig, dann wieder auf dem Radweg auf der anderen Flussseite. Es ist angenehm warm bei bedecktem Himmel, also ideal. Am Sonntag ist heute nicht viel Verkehr, so dass ein ruhiges und gleichmäßiges Vorankommen richtig entspannend wirkt. Kurz hinter Martigny, wo die Rhone von ihrem süd-westlichen Verlauf um fast 90 Grad nach nord-west abbiegt, lege ich eine längere Pause ein, mit einem wärmen Müsli und einem wunderbaren Becher Kaffee, auf einer Steinbank auf dem Gaskocher zubereitet und fühle mich frei und entspannt. Bei Port-Valais endet das Wallis am Genfer See (Lac Léman) und von nun an fahre ich auf der südlichen Seestraße nach Frankreich hinein, die Straße ist schmal und die Bergwand rückt dem See sehr nah - ich bin froh, dass es Sonntag ist mit wenig Verkehr. An einer Stelle ist die Durchfahrt laut Schild für 30 Minuten gesperrt, weil sich einer oder mehrere Autofahrer nicht an die roten Ampelphasen im Dorf gehalten haben - interessante "erzieherische" Maßnahme. Ich folge zwei anderen Radfahrern einen kurzen steilen Berg hinunter und finde mich direkt am Ufer wieder, wo ich das Dorf umfahre. In Évian-les-Bains treffe ich auf eine elegant-mondän und sehr teuer wirkende Stadt mit Kasino und Luxushotels. Im Hotel "Ermitage" oberhalb der Stadt ist auch die Deutshe Nationalmannschft für die Dauer der EM untergebracht. Vielleicht erklärt das die hohe Anzahl von sichtbaren Luxusautos unten an der Strandpromenade. Ich erreiche nach 144 km gegen 14:30 mein vorläufiges Ziel am Genfer See, um von hier in 20 Minuten nach Nyon in der Schweiz überzusetzen. Yvoire ist ein mittelalterlicher Ausflugsort, an dessen kleinem Hafen ich zunächst vorbeifahre, weil ich einen größeren Fährhafen suche. Aber ich muss in der Tat durch die engen malerischen Gassen schieben und hinunter zum kombinierten Fähranleger und Mini-Yachthafen. Der Preis von 23 €  für eine Person und einen Weg, inklusive 8€ für das Rad, ist schockierend aber nicht zu ändern. Nach weiteren 10 Kilomtern habe ich das Haus meiner lieben Gastgeber, Moni und Harald erreicht, diese sind aber unten in Nyon,um mich dort abzupassen. Sie rechneten noch nicht so früh mit mir und meine sms-Nachrichten erreichen Monis Telefon auch erst Stunden später ... Morgen ist erst einmal ein Pausentag mit "Materialpflege" angesagt. Auch muss der weitere Weg durch die Schweiz bis nach Menzingen bei Zug geplant werden.
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 Posted by at 9:19 PM

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