Jun 052016
 
Von Mestre / Venedig nach Westen an den Lago de Fimon, südlich von Vicenza. Ca. 85 km, eher flach. Eigentlich gibt es heute nicht viel zu berichten. Nach einem relativ späten Start um 10:00, welcher dem Umstand geschuldet ist, dass ich mich bemüht habe, Warmshowers-Hosts in der Gegend um Padova / Padua aufzutreiben - welches mir gründlich misslungen ist. Drei von 5 haben wenigstens abgesagt. Solch eine Quote habe ich in Canada und den USA nicht erlebt! Mein schweres Bikeline-Buch zur München-Venezia-Route, das ich mir in Sterzing gekauft habe und welches mir gute Dienste bis nach Venedig geleistet hat, habe ich einem jungen Pärchen geschenkt, das ganz begeistert von der Idee war, dasselbe zu probieren. Unterweg stelle ich einmal wieder fest, dass Komoot mein bester Freund ist: Durch diese dichtbesiedelte und industrialisierte Po-Ebene findet sich ein Radweg vom Feinsten, immer entlang von Flußläufen und durch die entzückendsten Landschaften - na ja, was man von einer Ebene halt erwarten kann 🙂 Bereits mittags bin ich bei Padua, dieser uralten Universitätsstadt, mache aber nicht den Umweg durch den Stadtkern - den hätte ich nur gemacht, wenn sich einer der 5 angefunkten Warmshowers-Hosts positiv gemeldet hätte .... Nach 5 Stunden mit wechselndem Wetter (und dreimal gewechselter Kleidung) komme ich südlich von Vicenza im Ausflugsort am Lago de Fimon an. Dort gibt es einen der wenigen Campingplätze in der Gegend. Der Juniorchef ist überaus nett und schenkt mir (es ist Sonntag!) ein 2-Liter-Paket Multivitaminsaft für mein Müsli morgen früh! Das kommt gut! Anmerkung zum CP: Name: Agricampeggio e allogio agriturismo - dieses System kenne ich aus Spanien. Voraussetzung  für diesen "Titel" ist eine aktive Landwirtschaft. Ich treffe auf einen für Zelter wirklich guten Platz, der auch Zimmer anbietet. Ein  zu dieser Jahreszeit abgedeckter und verwaister Swimming-Pool mit Kindrsicherer abgrenzung, einen 4-Ziegen-und-8-Hühner-Streichelzoo gibt es auch und total neue und saubere Wasch- und Duschgellgenheiten mit einer Besonderheit: Lange habe ich kein Stehklo / Plumpsklo mehr gesehen und schon gar nicht mit aktuellster Spültechnik! Das letzte Mal war wohl ein Autobahnklo in Südfrankreich in den frühen 90ern ... Intelligent auch die Lösung für das Problem mit den Duschkabinen: Es gibt keine, statt dessen einen Abzieher, und alles ist gut - wenn man ihn denn benutzt 🙂 Ich habs genossen! Per Hand noch meine "Ausgehhose" gewaschen und auf einen bereitstehenden Ständer gehängt. Sehr radfahrerfreundlich! Ein Blick auf die Karte sagt mir dann, warum es hier so wenig Zeltmöglichkeiten gibt: Der Gardasee (Lago Di Garda) mit seinen tausenden an Zeltplätzen ist nicht weit! Den sehe ich dann morgen. Langsam werde ich  immer mutiger mit Italienisch, habe Leute zwar auch schon zum Grinsen gebracht, aber auch das eine oder andere Mal erfolgreich kommuniziert - ob wegen meiner Radebrecherei oder der Intelligenz meines Gegenübers vermag ich allerdings nicht klar zu sagen 🙂 Spanisch bringt mich hier jedenfalls nicht weiter, eher schon Englisch ... Wenn ein Italiener mich in Velbert auf Niederländisch ansprechen würde, würde ich ihn wohl genausowenig verstehen 🙁
   
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 Posted by at 7:42 PM

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