Jun 012016
 
01.06.2016 Sterzing nach Toblach in Südtirol, 92 km und 830 hm Das schlechte Wetter zwingt mich nunmehr endgültig zum Verzicht darauf, einen hochalpinen Pass zu überwinden. Schade, denn ich hatte mich lange darauf gefreut, einen Pass über deutlich mehr als 2000 m zu fahren, in diesem Fall der Jaufenpass. Leider lassen der Regen und der heftige, kalte Wind das heute nicht zu. Auch die nächsten Tage sind nicht wesentlich besser, und ich will nicht so lange Däumchen drehen. Also plane ich neu und entscheide mich, vom Zufall in Form einer in einer Buchhandlung entdeckten Karte gelenkt, für den erst 2015 fertiggestellten neuen Routenvorschlag "München nach Venezia" über das Pustertal, Bruneck, die Dolomiten mit Cortina D'Ampezzo, Belluno, Conegliano und Treviso bis Venedig. Heute morgen geht es also vorbei am "Deutschhaus" am Stadtausgang von Sterzing auf den Weg Richtung Brixen. Unterwegs treffe ich einen Deutschen aus Hildesheim, der ebenfalls Richtung Süden unterwegs ist - ich hatte ihn gestern auf dem Brenner schon einmal gesehen. Gemeinsam schauen wir uns die "Franzensfeste" bei Brixen an, genießen einen Cappucino, kurz danach trennen sich aber unsere Wege ... Franzensfeste hatte ich schon etliche Male aus dem Fenster eines Reisebusses gesehen, gemeinsam mit 50 bis 60 quietschfidelen Schülern auf dem Wege ins Schulskilager im Ahrntal, ebenfalls Südtirol. Diese imposante Wehranlage wurde quer über den Fluss Eisack 1838 fertiggestellt und sollte jedem feindlichen Heer widerstehen können. Es kam nur nie eines. Ein interessantes Detail aus der Geschichte dieses Ortes liegt im Bild mit den Goldbarren angedeutet: Mussolini lässt 1943 127,5 Tonnen Gold, die Reserven der Banca d'Italia von Rom nach Mailand bringen. Über die Republik von Salò, ein Protektorat Hitlers, kommt das Gold in die Hände der deutschen Militärverwaltung, die es in der Franzensfeste einlagert. Die Festung dient heute vor allem als Ausstellungsort für ständige und wechselnde Ausstellungen sowohl zur Geschichte der Festung selbst auch zur Geschichte des 1. Weltkrieges allgemein. Die Tour ist heute recht anstrengend vor allem, weil ich mit vielen Höhenmetern das Pustertal entlang fahre und endlich an das wunderschön am Fuß der Dolomiten gelegene Toblach gelange. Ein freundlicher Herr an der Skilanglaufanlage weist mich auf den Campingplatz am Toblacher See hin. Wie schon so oft auf dieser Reise, bin ich "natürlich" der einzige Zelter - und kurz nach dem Zeltaufbau und einem kargen Abendessen gibt es auch noch ein heftiges Gewitter. Heute allerdings kann mir nichts meine gute Laune verderben. Nach einer wohlverdienten ausführlichen Dusche gönne ich mir ein Bier im CP-Lokal. Ein rundum erfolgreicher Radltag! Morgen ist in Italien Tag der Republik und mit Freitag, dem 3.06.  als Brückentag wird am Wochenende viel los sein. Mal schauen!
   
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