Mai 202016
 
19.05.2016 English language comments with the pics only .... plus a passage at the very end ... sorry.
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Expecting a tough day - from Vimperk (CZ) across the green border to Bavaria - no roads because I want to see the source of the river Moldau

Dieser Tag wird ein harter Tag! Das ist mir bereits vorher klar. Über die "Grüne Grenze" zwischen Böhmen und Bayern über Wanderwege und nicht etwa eine Straße -  und warum? Weil ich mir in den Kopf gesetzt habe, die Quelle der Moldau zu sehen. Klar, dass die abseits von jedweder Zivilisation mitten in den Bergen im Naturschutzgebiet liegt. Der Blick gen Himmel zeigt mir, dass ich außerdem mit jeder Menge Frischwasser zu rechnen habe 🙁 bei kühlen 8 Grad. Mein gestriger Gesprächspartner, Martin, bezweifelte entschieden, dass ich an einem Tag von Vimperk nach Passau kommen könnte. Nun denn, aber versuchen kann ich es. Für den Notfall habe für zwei Tage Wasser und Verpflegung dabei. Vom ersten Kilometer an geht es aufwärts, an diesem Tag insgesamt 1200 Höhenmeter. Nach 1 Stunde verlasse ich die Straße und vertraue mein Schicksal den Planungskünsten von Komoot an. Es geht hinauf in ein Skigebiet und mein "letzter" Zivilisationskontakt ist ein Kaffee in einem Café, das eigentlich geschlossen hat.
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Entering the skiing area of the Bohemian Mountains

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I never thought I'd ride a touring bike up a skislope!

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mit einem Reiserad eine Skipiste hinauffahren würde! Und ich muss es zugeben, kurz vor dem Ende musste ich schieben, der Boden war weich und die Übersetzung nicht klein genug ...
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Even my bike says enough is enough!

RUD_Vimperk_Passau_6_von_58.jpg RUD_Vimperk_Passau_7_von_58.jpg RUD_Vimperk_Passau_8_von_58.jpg Oben angekommen, zeigte mir der Track eine Linie an, die es wohl nur in der Theorie als Weg auch tatsächlich gibt. Jedenfalls muss ich zweimal einen Bach überqueren, und dafür jedesmal das gesamte Gepäck abbauen und wieder montieren. Und lustig findet das mein Rad auch nicht wirklich: In der Sekunde, in der ich mich umdrehe, um das aufrechte Rad  zu knipsen, beschliesst das treue Gefährt, den weiteren Dienst zu verweigern 🙂 Nun, diese Passage geht nach zwei Stunden und ziemlich zerkratzten Beinen auch vorbei und ein Wirtschaftsweg führt mich in einem Affenzahn den Berg hinunter. Tja, wo war sie denn nun, die Moldauquelle???? Unten angekommen, bin ich voller Erleichterung auf einer Talstraße. Nun aber gehts wieder schneller, denke ich, aber 300 m später soll ich den nächsten Berg erklimmen. Da wirds mir und meinem Rad dann doch zu bunt und ich drehe auf der Talstraße um und fahre den längeren aber beschwerdefreieren Weg  Richtung Bayerischer Wald. Aber es warten noch mehr Abenteuer auf mich. Es fängt natürlich wieder an zu regnen und ich gebe meine letzten Tschechischen Kronen in einem einsamen Bergrestaurant inmitten der ehemaligen Todeszone zwischen dem "kommunistischen" und dem "kapitalistischen" Block aus. Siehe Bild: hier werden die ehemaligen Grenzschutzanlagen beschrieben. Unter Anderem wurde ein Minenfeld gelegt, das aber nach dem Tod einiger Grenzwächter auf tschechischer Seite wieder entfernt wurde.
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Notice explaining the layout of the military protection of the border between the western and eastern bloc during the cold war. There was even a minefield once, until several soldiers were killed and the mines wwere removed.

RUD_Vimperk_Passau_12_von_58.jpg Die Stärkung mit einer würzigen Wurst war auch nötig, weil es jetzt endgültig beschwerlich wurde. Ein verwaschenes Schild zeigt mir an, dass dieser Weg mit dem Rad nicht befahren werden kann. Ein genaues Studium der Karte auf dem Navi zeigt mir, dass der Weg zwar schmal aber durchgängig sein sollte. Nun ... Erst  einmal hab ich vom Regen aufgeweichten Boden mit Steinen und Baumwurzeln vor mir. Das erinnert mich stark (minus Regen) an die 500 km zwischen Banff, Canada und Whitefish, Montana. RUD_Vimperk_Passau_14_von_58.jpg RUD_Vimperk_Passau_15_von_58.jpg Noch 100m bis zur rettenden Straße - dann bin ich in Bayern - denke ich, ... dann folgende Situation:
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A wooden "bridge": I took off the gear and carried everything across the brook - and then I was in Bavaria! It took me 4 hours to make 25 kms, but the last 60 were downhill to the river Danube and the city Passau

RUD_Vimperk_Passau_17_von_58.jpg Eine völlig kaputte und vom Regen aalglatte Baumstammbrücke hinüber zur Teufelsbachstraße. Tja, auch ein längeres Suchen nach Alternativen ist zwecklos. Ich sehe mich schon mit meinen sowieso schon nassen Füßen im eiskalten Bach waten. Vorsichtig transportiere ich jedes Gepäckstück einzeln über die wackeligen Steine und Baumstämme, bis ich zum Schluß das Fahrrad auf dem Rücken hinüberwuchte. Yeah! Geschafft! Von wegen nicht befahrbar!!
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Yes!!!!

Die ersten 25 km haben mich fast 4 Stunden gekostet, aber es war die Anstrengung wert. Nun bin ich im Nationalpark Bayerischer Wald, inmitten des Ski-LanglaufzentrumsRUD_Vimperk_Passau_22_von_58.jpg   Mir ist schon klar, dass es von hier mehrheitlich bergab bis zur Donau geht, aber doch bitte nicht mit 17 %! Jedenfalls  sind die 60 Kilometer bis nach Passau ein Spaziergang gegen das eben erlebte. Müde aber glücklich komme ich in Passau an. RUD_Vimperk_Passau_31_von_58.jpg RUD_Vimperk_Passau_32_von_58.jpg RUD_Vimperk_Passau_33_von_58.jpg Eine kleine Enttäuschung wartet aber noch auf mich. Es regnet immer mal wieder und ich freue mich, als ich eine Waschmaschine und Trockner entdecke. Die WaMa verrichtet ihren Dienst, aber der Trockner versagt! Auch die beharrlich freundliche Hilfe des Managers ändert nichts daran, dass ich in meiner Regenhose in den Schlafsack muss. Alles andere ist nass. Morgen als Erstes zu einem Waschsalon ...     A challenging and ultimately successful day came to a disappointing end, well at least in one aspect: the rain kept on all evening and I needed to wash and dry my clothes. So I washed everything minus the absolute minimum I was wearing. But the gods were against me! The washing machine worked fine. But, after 40 minutes in the dryer the washing was just as wet as I had put it in. So I asked the manager, Karl, to have a look and he thought I should have set a different program - so he put in another 2 Euros (he has the key to the box 🙂 ) So I settled down to waiting for another  hour and when the time came I found out that the clothes were still wet. The machine must be clogged, I thought. The manager didn't find a solution, his help couldn't find anything wrong, either .... So he put in another three coins for a whole cycle and here I am, waiting again. I still don't have any dry clothes! So off to bed now and if my clothes aren't dry in the  morning I will ask for a complete refund! ANGRY! ... and wet and cold.  
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 Posted by at 3:05 PM

  One Response to “15 – I wanted a challenge and I got one”

  1. Mann oh Mann!
    Was du dir so immer in den Kopf setzt. Völlig verrückt dieser Tourenabschnitt, klingt eher wie eine Wandertour . Ich wünsche Dir nun wirklich auch schöneres Wetter. Viele Grüße

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